Back-Lock Back-Lock ist der am weitesten verbreitete Arretierungsmechanismus bei Klappmessern. Ein mittig gelagerter Hebel im Klingenrücken greift mit einem hammerartigen Ende in die Klingenwurzel ein und hält sie fest. Der Hebel wird von einer darunter liegenden Blattfeder im hinteren Bereich angehoben, so dass er in die Aussparung der Klingenwurzel gedrückt wird. Zum Lösen muss man auf das hintere Ende des Hebels drücken und ihn dadurch vorn anheben. Es gibt Varianten mit kürzerem oder längerem Hebel. Das bekannteste Back-Lock-Klappmesser ist das seit 1964 produzierte Buck Folding Hunter. Liner-Lock Eine Arretierungsmechanismus, der von handgefertigten Custom Knives stammt und in seiner heutigen Form vom US-Messermacher Michael Walker entwickelt wurde. Ein federnd beweglicher Teil der Platine (engl. Liner) springt seitlich nach innen hinter die Klingenwurzel und arretiert die Klinge dadurch in ausgeklappter Position. Zum Einklappen muss der Liner zur Seite geschoben werden, was in der Regel per Daumen erfolgt. Im eingeklappten Zustand wird die Klinge mit einem Detentball gesichert, einem kleinen Kügelchen, das in den Liner eingepresst ist und in eine passende Vertiefung in der Klingenwurzel einrastet. Flipper Englischer Begriff für einen Klingenfortsatz nahe der Klingenachse bei einem Klappmesser. Dieser Fortsatz ragt bei eingeklappter Klinge oben über den Griff hinaus und ermöglicht es, die Klinge mit dem Zeigefinger aus dem Griff zu "schnippen". Bei ausgeklappter Klinge dient der Flipper als Handschutz. Erstmals eingesetzt vom US-Messermacher Kit Carson. Nagelhieb Aus Solingen stammender Begriff für die Nagelkerbe seitlich an der Klinge, mit der sich ein Klappmesser öffnen lässt. Parierelement Quer zur Messer-Längsachse angebrachtes Element zwischen Klinge und Griff, das die Hand vor dem Abrutschen in die Klinge schützen soll. Es wird daher auch Handschutz genannt. Das Parierelement kann beidseitig oder nur nach unten ausgeprägt sein. Der Begriff stammt von Blankwaffen, bei denen das Parierelement (Parierstange) die Aufgabe hatte, gegnerische Klingen abzuwehren. Ricasso Nicht geschliffener Bereich an der Klinge zwischen Schneide und Griff bzw. Parierelement, zu Deutsch "Fehlschärfe". tip up / tip down Zwei verschiedene Methoden, ein Klappmesser zu tragen, entweder mit der Klingenspitze (engl. tip) nach oben oder nach unten. Die Trageweise wird durch die Montage des Befestigungsclips am Messer bestimmt. Bei vielen Modellen kann der Clip zu diesem Zweck ummontiert werden. Bei der tip-up-Trageweise ist es besonders wichtig, dass die Klinge im geschlossenen Zustand sicher im Griff bleibt und nicht versehentlich herausragt, da sonst ein erhebliches Verletzungsrisiko besteht. Assisted Opener Der englische Begriff "Assisted Opener" bezeichnet einen halbautomatischen Mechanismus bei Klappmessern. Bei diesen Messern muss die Klinge zunächst manuell ein kleines Stück aus dem Griff herausgeschoben werden. Anschließend übernimmt eine Feder und befördert die Klinge in die ausgeklappte Endposition. Solche halbautomatischen Messer, auch als Semi-Automatik-Messer bekannt, werden in Deutschland nicht als Springmesser eingestuft und unterliegen daher nicht den gesetzlichen Beschränkungen, die für Springmesser gelten. Platine Metallrahmen bei einem Klappmesser. Zwei Platinen (engl. Liner) bilden in der Regel den tragenden Rahmen des Griffs, darauf werden Backen und Griffschalen aus verschiedenen Materialien angebracht. Die Platinen bestehen traditionell aus Messing oder Neusilber, bei modernen Designs aus rostfreiem Stahl, Aluminium oder Titan. In Solingen werden auch die Platinen eines Klappmessers Erle genannt, analog zu einem feststehenden Messer. Micarta Ein Verbundmaterial, bei dem ein saugfähiger Trägerstoff (Zellstoff, Leinen, Papier) in Epoxidharz getränkt wird. Ein sehr beliebtes Material zur Herstellung von Messergriffen, da es leicht zu bearbeiten ist und beliebig eingefärbt werden kann. Es wirkt hochwertiger als G-10 und findet eine breite Verwendung in allen Preisklassen. |